Zwangsverheiratung - Hintergründe, Herausforderungen, Handlungsmöglichkeiten

Gemeinsame Informationsveranstaltung mit der Thüringer Gleichstellungsbeauftragten
Mittwoch, 20.05.2026, 9:30 - 15:00 Uhr
über 80 Personen aus der Frauen-, Gewaltschutz-, Sozial- und Migrationsarbeit sowie zahlreichen weiteren Bereichen informierten sich am 20.05.26 auf der Veranstaltung zum Thema Zwangsverheiratung.
Bei der Begrüßung stellten die Integrationsbeauftragte Dorothea Storch und die Gleichstellungsbeauftragte Nadja Sthamer die Wichtigkeite des Themas - auch in Thüringen - heraus. Im Regelfall sind Zwangsverheiratungen nicht erkennbar. Gefährdete Mädchen und betroffene Personen sind nicht sichtbar und erhalten meist keine Unterstützung und Hilfe, da es in Thüringen keine Fachberatungsstelle gibt. Doch woran kann Betroffenheit erkannt werden? Und wie kann geholfen werden, ohne die Betroffenen zu gefährden?
In zwei ausführlichen Blöcken berichteten die beiden Referentinnen Maria-Sophie Flohr und Paula Lorenz der AWO Fachstelle Vera - gegen Frauenhandel und Zwangsverheiratung in Sachsen-Anhalt sehr fachlich fundiert und unfangreich zu Fallaufkommen, Hintergründen und Rechtlichem sowie anschaulich und lebendig über ihre tägliche Praxis. Zudem gaben sie zahlreiche Hinweise und konkrete Handlungsempfehlungen.
Einen emotionalen Einblick in ihre eigene Geschichte gab uns die Aktivistin Anna. Auch hier wurde wieder sichtbar, wie wichtig professionelle Vertrauenspersonen sind. Aber auch aufmerksame Personen im Umfeld von Betroffenen, die bereit sind, Hilfe zu holen, können den entscheidenden Unterschied machen.
Im abschließenden Podiumsgespräch mit Nadja Sthamer und Vertreterinnen aus Schulsozialarbeit, Jugendamt, Frauenhaus und Jugendmigrationsdienst wurde nochmals deutlich, wie individuell und kompliziert jeder einzelne Fall ist. Im Podium und auch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren sich alle einig, dass es neben professionellen Hilfsstrukturen ein gutes Netzwerk braucht, um Betroffenen nachhaltig helfen zu können. Diese Veranstaltung war hoffentlich ein Auftakt zu vielen weiteren Hilfsnetzwerken!
Tagesordnung
09:00 bis 09:30 Uhr | Anmeldung & Ankommen
09:30 Uhr Begrüßung und Eröffnung der Veranstaltung
Dorothea Storch, Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge des Freistaats Thüringen
Nadja Sthamer, Beauftragte für die Gleichstellung von Frau und Mann des Freistaats Thüringen
09:45 Uhr | Zwangsverheiratung – Fallaufkommen und Hintergründe
Maria-Sophie Flohr und Paula Lorenz, AWO Fachstelle Vera, Sachsen-Anhalt
11:15 Uhr | Kaffeepause
11:30 Uhr | Zwangsverheiratung – Handlungsempfehlungen und Rechtliches
Maria-Sophie Flohr und Paula Lorenz, AWO Fachstelle Vera, Sachsen-Anhalt
12:30 Uhr | Mittagspause
Die Kantine des Regierungsviertels steht Selbstzahlenden zum Mittagessen zur Verfügung
13:30 Uhr | Erfahrungen sichtbar machen
Gespräch zwischen Nadja Sthamer und Anna (betroffene Aktivistin)
14:00 Uhr | Podiumsgespräch: „Unterstützungsstrukturen bei Zwangsverheiratung: Was braucht Thüringen?“
- Anja Wild, Frauenhaus Gotha, Sprecherin LAG Thüringer Frauenhäuser und Frauenschutzwohnungen
- Madlen Kulczynski, Jugendamt Erfurt, Sachgebietsleiterin Team UMA
- Mandy Rost, MitMenschen e.V., Schulsozialarbeiterin, Ernst-Benary-Schule
- Elena Subbota, Internationaler Bund, Jugendmigrationsdienst Erfurt, Teamleiterin Migrationshilfen
Moderation: Nadja Sthamer, Gleichstellungsbeauftragte des Freistaats Thüringen
15:00 Uhr Ende der Veranstaltung
Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte aus der Jugend- und Sozialarbeit, Schulen und Schulsozialarbeit und aus der Migrations- und Integrationsarbeit, Beratungsstellen, Polizei, Justiz und Verwaltung sowie alle interessierten Akteurinnen und Akteure, die das Thema Zwangsverheiratung betreffen könnte.
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